Das Erbe der Elfenmagierin (Die Chroniken von Beskadur 1)

/ 2021

Der Zweiteiler des Autors, dem wir den Begriff „Progressive Phantastik“ verdanken, erzählt vordergründig die Geschichte des gerade volljährigen Elfen Ardoas, der die jüngste von mehreren Inkarnationen einer Heldin seines Volkes ist, auf deren Erinnerungen er jedoch nicht zugreifen kann. Angespornt von seiner Mentorin bricht er in die Welt der Menschen auf, wo ihn Begegnungen, Orte, Konflikte, Mordversuche und Orakelblicke mit seinen vergangenen Leben verknüpfen.

Im Hintergrund bespielt Sullivan die Motive von Unsterblichkeit und Wiedergeburt, Generationentrauma und Schicksal, Tradition und das Aufbrechen derselben bei Elfen und anderen Fantasyvölkern. Auf den ersten Blick scheinen die Herausforderungen, vor denen Ardoas steht, phantastisch und mit wenig Bezug zu unserer Lebensrealität. mehr

Doch Sullivan als Schwarzer deutschsprachiger US-Amerikaner flechtet schon in die Fundamente seiner Welt eine Erinnerungskontinuität ein, die in der High Fantasy, in der die Magie meist schwindet und das einst „Große“ verloren geht, selten ist. Seine Elfen erinnern sich an vergangene Versklavung und bauen darauf eine selbstermächtigte Gegenwart und die Hoffnung auf eine utopischere Zukunft. In „Die Chroniken von Beskadur“ verbindet sich die Philosophie dieses Weltenbaus auf kunstvolle und geduldig erzählte Weise mit der Handlung.

 

Warum lesen

High-Fantasy-Weltenbau krankt oft daran, dass er darauf basiert, dass bei Völkern eine „natürliche“ Zuschreibung von Eigenschaften vorgenommen wird – ein Erbe des Kolonialismus. Wer erleben möchte, wie es anders geht, ist nach Beskadur eingeladen!

Auf der Liste:
Progressive Phantastik

Originär deutschsprachige politische Fantasy und Science-Fiction