Toni und Moni

/ 2017

Toni und Moni sind Protagonisten eines Heimatromans – ein Mann und eine Frau mitten in der wunderschönen Natur, eine Liebe, ein Dorf, das feiert – allerdings ganz ohne Sicherheitsgurt und Trugbilder. Da bleibt nicht viel Idylle übrig. Der ganz normale Alltagsfaschismus, das Patriarchat, die patriotische Selbstverliebtheit in großartigen Metaphern und Bildern zu zeigen – so wuchtig und brachial hat noch niemand Österreich (und gern auch die ganze alpenländische Kitschblase) zusammengefasst. Manchmal ist es heftig, wie Piuk da die Idylle demontiert, wenn sie Trunksucht, Fleischkonsum, Herrenmenschentum, Faschismus, sexuelle Gewalt etc. als das benennt, was es ist; gelebte Tradition, akzeptierte Kultur, patriarchaler Alltag. Piuk zoomt gnadenlos auf die hässlichsten Stellen an der Unterseite Österreichs. Dass nebenbei auf der Metaebene die Autorin mit der Verlegerin kommuniziert, die ihr so manche Kitschorgie abverlangt, kommt da als urkomische Abwechslung ganz recht. mehr

 

Warum lesen

Weil Lachen selten so abrupt im Hals steckenbleibt. Sozialkritik kompakt und witzig, wenn man nicht gerade weinen muss.

Auf der Liste:
Das Politische im Privaten – österreichische Autorinnen