Elisabeth. Ein Hitlermädchen

/ 1937/2020

Leitners Jugendroman, der zuerst 1937 als Fortsetzungsgeschichte im Pariser Tageblatt erschien, ist ein typischer Wandlungsroman. Die Heldin Elisabeth ist zunächst begeistert von der nationalsozialistischen ‘Bewegung’ und dem BDM und verliebt sich in einen SA-Mann. Ihr Erwachen beginnt, als sie von ihm schwanger wird, er von ihr den Abbruch der Schwangerschaft verlangt und sie aufs Land zum Arbeiten verschickt wird. Die Autorin unternahm illegale Recherchereisen nach Deutschland und starb 1941 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten. In der Darstellung des Lagerlebens und der Ausbildung der Frauen zu Kämpferinnen werden die verschiedenen Haltungen diskursiv verhandelt. Die multiperspektivische Erzählweise wird der Intention aufzuklären und zu eigener Meinungsbildung anzuregen, besonders gut gerecht. Elisabeth begehrt gegen die Lagerverwaltung auf und wird verstoßen. Ob sie sich am Ende für den aktiven Widerstand entscheidet, bleibt offen. Die Neuausgabe ergänzt den Roman um Reportagen der Autorin. mehr

Warum lesen?

Der auf dokumentarischem Material beruhende Jugendroman ist ein Musterbeispiel engagierter Literatur und gibt authentische Einblicke in den Lebensalltag unter dem Nationalsozialismus.

Auf der Liste:
Kinder- und Jugendliteratur des Exils

Literatur als Widerstand