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Roter Mai 2026
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Ticket:
Ausverkauft, evtl. Restkarten an der Abendkasse
Sven Beckert verortet die Anfänge des Kapitalismus in seiner monumentalen Publikation »Kapitalismus. Geschichte einer Weltrevolution« (2025) bereits im 12. Jahrhundert. Doch wie erzählt man eigentlich die Geschichte des Kapitalismus? Ist sie eine Geschichte von Fortschritt und Wachstum? Oder doch eher die eines über Jahrhunderte perfektionierten Systems der Ausbeutung? Wie lässt sich von einem Wirtschaftssystem erzählen, dessen Aufstieg untrennbar mit globaler Ungleichheit, Kolonialismus und Zwangsarbeit verbunden ist? Wie begann der Kapitalismus – und wie wird er enden? Über ein Buch, das historische Erzählung mit Kritik und Analyse verbindet, spricht der Historiker Sven Beckert mit der Journalistin Ann-Kristin Tlusty.
Medienpartner: Jacobin
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Roter Mai 2026
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Ökonomen beraten Regierungen und Unternehmen, prägen politische Entscheidungen und beeinflussen unseren Alltag weit über wirtschaftspolitische Fragen hinaus. Ihr Einfluss erstreckt sich von der Politik bis in unsere Privatsphäre, sie bestimmen die Höhe unseres Lohns und unser Match auf der Dating App. Ob in der Klimakatastrophe oder der Pandemie: Weltweit legen wir unser Vertrauen in eine Lehre, die kein Konzept von Moral oder Gerechtigkeit kennt. In »Die neuen Propheten. Wie Ökonomen unsere Zukunft verspielen« (2026) legt der Ökonom Daniel Stähr eine Kritik an der Deutungsmacht seiner eigenen Disziplin vor. Im Gespräch mit Sebastian Friedrich geht es um die Köpfe hinter dem Kapitalismus.
Medienpartner: Jacobin
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Roter Mai 2026
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Angesichts ökologischer Krisen, sozialer Verwerfungen und ökonomischer Instabilität suchen immer mehr Menschen nach Alternativen zum Kapitalismus. Das zweibändige Projekt »Creative Construction. Demokratische Planung im 21. Jahrhundert« (Brumaire Verlag, 2026) versammelt theoretische Überlegungen und praktische Beispiele. Der Mitherausgeber Christoph Sorg spricht mit Rabea Berfelde und Nina Scholz über die politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen demokratischer Planung und über die Frage, wie eine Wirtschaft jenseits des Kapitalismus organisiert werden könnte.
Medienpartner: Jacobin
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Ticket:
Ausverkauft, evtl. Restkarten an der Abendkasse
Sie sind auf dem Weg nach Timmendorfer Strand: Amata Haller und ihr Chef Heinz Brockhaus, der ihr angeboten hat, sie mit dem Auto dorthin zu fahren. Amata ist in Eile, ihre Mutter wartet, wie jedes Jahr am 3. Mai. An diesem Tag jährt sich der Untergang der Cap Arcona, jene Katastrophe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, die ihr Großvater nur knapp überlebt hat. Die Hitze drückt auf die überfüllten Straßen, die Fahrt wird immer länger, Brockhaus redet ununterbrochen, und Amata verliert die Fassung. Am Ende des Tages wird Brockhaus nicht mehr leben, und Monate später wird Amata vor Gericht stehen.
In Kooperation mit S. Fischer Verlage
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Am 22. August 1977 erschien im Spiegel ein Vorabdruck der »Alternative« und ein Porträt des Autors Rudolf Bahro, der sofort verhaftet und nicht für das systemkritische Buch (das in der DDR nicht erwähnt werden durfte), sondern wegen Geheimnisverrat und Sammlung von Nachrichten kriminalisiert und zu acht Jahren Zuchthaus im Stasi-Gefängnis Bautzen II verurteilt wurde, im Oktober 1979 nach einer allgemeinen Amnestie entlassen und nach dem Ende der SED-Diktatur 1990 in einem Kassationsprozess vor dem Obersten Gericht der Noch-DDR mit großem Bedauern wegen des Rechtsbruchs, der Haft und der öffentlichen Verleumdung durch die DDR-Medien vollständig rehabilitiert wurde. Über diese von Guntolf Herzberg dokumentarisch festgehaltene Haftzeit und die dort von Bahro verfaßten politischen Texte – die über die »Alternative« weit hinausgehen – sprechen der Autor und Bahros damaliger Verteidiger Gregor Gysi.
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Zum Werk
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Schriftstellerinnen und Schriftsteller schreiben Bücher. Doch irgendwann blicken sie auf ein Werk zurück. Das Werk aber ist mehr als bloß die Summe der Bücher. Es steht in der Zeitgeschichte und verweist auch auf das Leben, das darin zum Ausdruck kommt. Ab wann ist das Werk ein Werk? Und wie stellt es sich ein? Wie schauen Autorinnen und Autoren auf all das zurück, was zum Werk geworden ist? Und wie hat sich die Welt in der Zwischenzeit verändert? In der Reihe »Zum Werk. Gespräche über das Ganze« gibt Eugen Ruge Auskunft über seinen literarischen Werdegang, von den Theaterstücken, mit denen er begann, über seinen 2011 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichneten Bestseller »In Zeiten des abnehmenden Lichts« bis zu dem zuletzt erschienenen Roman »Pompeji«. Zum Werk gehören auch die von ihm herausgegebenen Russland-Erinnerungen seines Vaters Wolfgang Ruge, Hörspiele und Tschechow-Übersetzungen.
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Zeitanalyse
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Wann beginnt Faschismus? Dieser Frage geht der Autor und Psychologe Mark Terkessidis in seinem Buch »Gewalt am Denken« nach. Er untersucht, wie autoritäre Tendenzen entstehen, warum Nostalgie zur politischen Triebkraft wird und weshalb selbst progressive Kräfte Teil eines neuen Kontinuums der Gefährdung sind. Nils Schniederjahnn diskutiert mit Terkessidis über seine Thesen.
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Arno Schmidt begleitete sein Schreiben und Leben mit kurzen Notaten in Tagesnotizbüchern. Jenes der Jahre 1957 bis 1962 ist erhalten und nun komplett veröffentlicht. Es fasst den Umzug der Schmidts von Darmstadt nach Bargfeld ebenso wie die Entstehung der Romane »Die Gelehrtenrepublik« und »KAFF auch Mare Crisium« sowie der Erzählungen aus »Kühe in Halbtrauer«. Literarische Arbeit, Lektüren, Korrespondenz, Finanzsorgen, der Ehe-Alltag und die Belastungen des Umzugs – alles findet sich wieder. Literarisches blitzt auf, Leserpost wird erwähnt und manchmal gar beantwortet. Der Literaturwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma stellt die Edition mit der Herausgeberin Susanne Fischer vor.
In Kooperation mit der Arno Schmidt Stiftung, Bargfeld
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Marcins Kindheit war vor allem durch Eines geprägt: seine Mutter. Zusammen lebt er mit ihr in einer kleinen Wohnung, die wenig Platz für Privatsphäre und viel Material für eine tragische Lebensgeschichte bietet. Als seine Mutter in den 1980er Jahren von Polen nach Deutschland floh, sollte dies der Beginn eines besseren Lebens sein. Sie arbeitet hart als Altenpflegerin, ist depressiv, trinkt zu viel und weigert sich je wieder in ihr Vaterland zurückzukehren. Erst viele Jahre später wird Marcin mehr über seine Familiengeschichte herausfinden. Was bedeutet es, als erste Nachkriegsgeneration in einem Land aufzuwachsen, dessen Sprache man zwar spricht, aber dessen Wurzeln man nicht teilt, wo Fremdheit und Heimat das Gleiche ist? Und es sich so anfühlt, als habe sich das Leid der Mutter im eigenen Körper festgesetzt?
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Historisch-kritische Perspektiven auf Werk und Wirken von Wolfgang Heise
Wolfgang Heise (1925–1987) war ein Fixstern kritischen Denkens in der DDR. Heiner Müller hielt ihn für den einzigen DDR-Philosophen, der es nicht verdient habe, in den »Inszenierungen des Vergessens« der 1990er Jahre zu versinken. Dennoch ist sein Werk heute kaum mehr bekannt. Im kulturwissenschaftlichen Diskurs der Gegenwart war sein Name noch bis vor Kurzem abwesend. Erst in jüngster Zeit, zuletzt anlässlich seines 100. Geburtstages, melden sich Stimmen zu Wort, die auf ein neu entfachtes Interesse an Werk und Wirken Heises hindeuten. Aber was hat uns Heise heute noch – oder wieder – zu sagen? Wie sind seine Texte, Interventionen und Denkbewegungen historisch zu lesen? Ziel ist es, bislang vereinzelte Forschungsperspektiven zusammenzuführen, Heises Arbeiten in ihren politisch-epistemologischen Kontexten zu verorten und ihre kritisch-emanzipatorischen Impulse auf Aktualisierbarkeit hin zu befragen – in einem Austausch zwischen Forschung und Zeitzeug:innen, der offene Fragen, blinde Flecken und produktive Reibungen sichtbar machen und Heises Denken als Herausforderung zeigen soll.
Koordination Anne Gräfe, Jan Loheit und Lukas Zittlau
Ein Kooperationsprojekt der Leuphana Universität Lüneburg und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung
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Über die Wirklichkeit des Möglichen
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Ticket:
Eintritt frei!
14:00 Begrüßung und Einführung
14:30 Lukas Zittlau Aktualität und Historizität. Zu einer intellektuellen Biographie von Wolfgang Heise
15:15 Renate Reschke Wolfgang Heises Entwurf einer Weltkulturgeschichte: Vom Dilemma eines Europa-Zentrismus
16:30 Christian Dietrich Entmenschlichung als Methode, Vernichtungsbereitschaft als Ziel. Wolfgang Heises Überlegungen zum Verhältnis von Antisemitismus und Antikommunismus
17:15 Gerd Irrlitz Skepsis und Beharrung bei Wolfgang Heise
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Über die Wirklichkeit des Möglichen
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Ticket:
Eintritt frei!
09:30 Jan Loheit Der Schild des Achill und das Spannungsfeld des Ästhetischen
10:15 Frieder Stange Über »Die Ästhetik des Widerstands« in der Berliner Ästhetik
11:30 Anne Gräfe Elemente einer Widerspruchsästhetik bei Wolfgang Heise
12:15 Holger Brohm Das Tragische als ästhetisch Unbewusstes? Überkreuzende Lektüren von Heise und Rancière
14:45 Michael Schilar Goethes »Über allen Gipfeln...« und die Eigenart des Poetischen. Wolfgang Heises Wanderung auf den Kickelhahn
15:30 Hans-Christoph Rauh Heise als zeitweiliger Autor der Deutschen Zeitschrift für Philosophie (1957–1966)
16:45 Jule Reuter Zur privaten Kunstsammlung Wolfgang Heises. Was erzählt der Nachlass über sein Verhältnis zu bildenden Künstler:innen seiner Zeit?
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Über die Wirklichkeit des Möglichen
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Ticket:
Eintritt frei!
09:30 Martin Küpper Philosophie als Krisenbewusstsein. Wolfgang Heises Beitrag zur Ideologienlehre
10:15 Konstantin Baehrens Heise »und Hegel«
11:30 Kathrin Witter Adorno und Heise
12:15 Hans-Peter Krüger Wahrheit und öffentliche Kommunikation. Zu Adorno und Habermas aus Gesprächen mit Heise
13:00 Patrick Eiden-Offe Heises Lukács-Rezeption
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Informationen |
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Unser gesamtes Programm gibt es hier.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 6,- € / ermäßigt: 4,- €
Hier finden Sie unsere Besucher*inneninformationen.
Literaturforum im Brecht-Haus
Träger: Gesellschaft für Sinn und Form e. V.
Chausseestr. 125, 10115 Berlin
030 / 28 22 003
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Social Media: @lfbrecht
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