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Seit 2019 schreiben Autor*innen des Kollektivs »Literatur für das, was passiert« im Literaturforum im Brecht-Haus Texte auf Bestellung und nehmen dafür Spenden entgegen: als literarische Krisenpost, live auf Schreibmaschinen, für Menschen auf der Flucht und in Not. Die Wünschenden geben Stichwörter vor, die Autor*innen verwandeln sie in Texte. Die Anthologie »süß und chloriert« versammelt erstmals eine Auswahl der entstandenden Auftragswerke: Texte über Zitronenbäume, Pinguine, Pfuhle, Politik und das Nein-Sagen; dringlich wie eh und je. Ein Abend über Literatur als Aktion, Reaktion und Versuch, mit Sprache einzugreifen. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zum Literatur-Pop-Up-Store 2025.
In Kooperation mit SUKULTUR
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Mit den Autor*innen Esther Becker, Elke Cremer, Laurence Ermacova, Paula Fürstenberg, Franziska Hauser, Yael Inokai, Miku Sophie Kühmel, Laura Lichtblau, Caca Savić, Imad Al Suliman, Lorena Simmel, Lea Schneider und Ron Winkler
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Texte wünschen für eine Spende an Menschen in Not. Das perfekte Weihnachtsgeschenk! Das Autor*innenkollektiv »Literatur für das, was passiert« verfasst in diesem Dezember wieder individuelle literarische Wunschtexte und nimmt dafür Spenden für Menschen in Not entgegen.
Die Autor*innen sind mit Schreibmaschinen täglich vom 4.–6.12. von 12:00–18:30 Uhr im Literaturforum im Brecht-Haus und nehmen Textbestellungen aller Art entgegen: egal ob ein Orakel für 2026, eine Schmährede auf den Winter, Haikus über einen Mord im Fahrstuhlschacht oder Gedichte über Raves im Bürgeramt.
Die Spenden gehen dieses Jahr an Women in Exile & Friends, eine Initiative von Flüchtlingsfrauen für Flüchtlingsfrauen, die 2002 in Brandenburg gegründet wurde, um für ihre Rechte zu kämpfen.
So können die Texte bestellt werden:
- per Mail an pop-up-store@lfbrecht.de
- telefonisch über 015562 311 546 oder 030 2759 47 23
- persönlich im Literaturforum im Brecht-Haus während der Öffnungszeiten des Literatur-Pop-Up-Stores.
Die fertigen Texte werden per Post zugestellt oder können vor Ort abgeholt werden.
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Lesung, Pop, Theorie, Gespräch
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Grether-Salon
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Der großartige Schriftsteller Christoph Narholz verwandelt die Maschinen in Prosastücke zur radikalen Erkundung unserer Zeit. In scharfen Miniaturen erzählt er in »Wide Bodied Jets« von Epiphanien der Moderne, Dystopien, Streunereien, von Pandemie und Krieg. Schorsch Kamerun, bekannt als Theatermacher und natürlich als Sänger der Goldenen Zitronen, ist immer für eine produktive Irritation gut und überrascht mit akuten Songs. Auch bei Stefanie Schranks Diskurs-Dance-Pop – gerade erschien mit »Forma« das zweite Solo-Album – dreht sich alles um Bewegung. Mithilfe von Synthesizern, die trösten können. Dazu gibt es eine Premierenlesung: die Gastgeberinnen Kersty Grether und Sandra Grether erzählen in mitreißend-einfühlsamen Porträts von genresprengenden Rockgöttinnen. »Rebel Queens – die Frauen in der Rockmusik« heißt ihr neues Buch.
Präsentiert von jungle.world und ByteFM
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Lebenszeugnisse
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Die Schwierigkeit des Überlebens nach dem Holocaust zieht sich als roter Faden durch den Roman »Ein Haufen Dollarscheine« von Esther Dischereit. Die Familiengeschichte spielt in Berlin und Rom, in Chicago und Heppenheim. Protagonisten sind die Tante im geblümten Kleid, die sich kritisch mit ihrem Judentum, dem Zionismus, den politischen Zuständen auseinandersetzt, und der Neffe, der seine Identität als orthodoxer Jude sucht. Streitigkeiten um Wiedergutmachung sind das Gerüst der Handlung, Verweigerung der Erinnerung und Kontinuität der Judenfeindschaft im Nachkriegsdeutschland bilden den Hintergrund. Im Gespräch mit dem Historiker Wolfgang Benz entschlüsselt Esther Dischereit die Botschaft ihres Romans über die langen Folgen der jüdischen Katastrophe.
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Meisterwerke der Literatur
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Eintritt: 8,- €, ermäßigt: 6,- € Ticket:
Ausverkauft, evtl. Restkarten an der Abendkasse
Wir leben in einer Empörungsgesellschaft, lautet eine von vielen Gegenwartsdiagnosen. Assoziiert wird damit eine Öffentlichkeit, die sich dauernd aufregt, nicht selten über Nichtigkeiten, und die sich von Algorithmen ebenso wie von gewissen Politiker*innen und Medienschaffenden immer neu anstacheln lässt. Die Sehnsucht nach wohltemperierten Diskursen und Büchern ist groß, aber ein Thomas Bernhard spielt da nicht mit. Das österreichische enfant terrible der Literatur konnte hassen und sich empören wie kein Zweiter, aber er tat dies auf ästhetisch höchstem Niveau – schwankend zwischen existenzieller Bitterkeit und kühnem Witz. »Eine Erregung« lautet der Untertitel zu Bernhards Meisterwerk »Holzfällen«, in dem der Protagonist aus dem Ohrensessel eine Wiener Abendgesellschaft beobachtet, die in kultureller Betulichkeit erstarrt ist und deren Opportunismus grenzenlos zu sein scheint. Thomas Bernhard erweist sich mit diesem 1984 erschienen Roman erneut als großer Provokateur und noch größerer Stilist. Der Ökonom Prof. Dr. Achim Truger, Mitglied des Sachverständigenrats für Wirtschaft, ist ebenso wie Gastgeber und Podcaster Wolfgang M. Schmitt ein Verehrer von Bernhards Literatur. Sie sprechen über ihre gemeinsame Faszination und über die Aktualität eines Schreibens, das sich weder formal noch inhaltlich mit der herrschenden Ordnung gemeinmachen will. Was, wenn wir uns nicht weniger, sondern nur elaborierter empören müssen?
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»Es war einmal eine Fee, die nur einen einzigen Wunsch erfüllte«, so beginnt das Märchen »Die Ein-Wunsch-Fee« von Jens-Fietje Dwars. Aber was passiert, wenn statt der üblichen drei Wünsche nur ein Wunsch im Angebot ist? Jens-Fietje Dwars ist Erzähler, Herausgeber und Essayist sowie Buchgestalter, Zeitschriften-, Film- und Ausstellungsmacher. In seinem essayistischen Werk bewegt er sich, wie auch sein dieses Jahr erschienener Sammelband »Erfolg ist ein Irrtum« dokumentiert, in einem breiten literarischen Kosmos von Goethe über Heiner Müller bis Christoph Hein. Angesichts seines jetzt vorgelegten Märchenbandes spricht er mit Kerstin Hensel über die Bedeutung und den literarischen Stellenwert von Märchen im 21. Jahrhundert. Was für Aufschlüsse geben Märchen über unsere heutige Gesellschaft und Wirklichkeit?
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Jakobiner-Klub
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Leo Trotzki verschreibt sich schon als Schüler der Weltrevolution. Gerade volljährig beginnt für ihn ein Leben aus Gefängnishaft, sibirischer Verbannung und ständiger Flucht. Er wird Anführer der Revolutionen von 1905 und 1917. Als Revolutionär führt er die Rote Armee im Bürgerkrieg an, ist für den Frieden von Brest-Litowsk genauso wie für die Niederschlagung des Kronstädter Aufstands verantwortlich. Als Theoretiker stellt er umfangreiche Analysen zu Fragen der Ökonomie, Politik und Kultur, inklusive der Literatur, an. Stalins »Sozialismus in einem Land« setzt er die »permanente Revolution« entgegen. Aus dem Land gedrängt wird Trotzki führender Theoretiker der »Linken Opposition«. Lange hofft er auf die Reform der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und der Dritten Internationale. Später sieht er die Notwendigkeit einer vierten Internationale und neuen Partei. Als Agent des westlichen Imperialismus gebrandmarkt, wird er bis ins Exil verfolgt und 1940 in Mexiko ermordet.
In Kooperation mit Jacobin
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Berolinenses
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In »Striker« entwirft Helene Hegemann ein wuchtiges, gegenwärtiges Berlin-Panorama: zwischen ihrer Wohnung mit einer unheimlichen Dachbodenbesetzerin nahe Oberbaumbrücke, einer Kampfsporthalle und einer Villa am anderen Ende der Stadt. Ihre Protagonistin bewegt sich durch Räume, in denen sich Gewalt und Erschöpfung, Innen und Außen vermischen. Mit physischer Intensität verhandelt Hegemann Fragen von Macht, Ohnmacht und Körperlichkeit in einer brüchigen urbanen Gegenwart. Dabei ist Berlin nicht bloß Handlungsort, sondern sowohl Akteur als auch Bedingung. Über das Leben und Schreiben in und über Berlin – ein Schauplatz, der seit »Axolotl Roadkill« in vielen ihrer Texte verhandelt wurde – spricht sie mit Annett Gröschner.
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Die großen Literaturpreise können nicht das gesamte Spektrum deutschsprachiger Literatur abbilden. Daher werden ergänzend sieben neue Preise in bislang unprämierten Kategorien vergeben, wie beispielsweise »spleenigste Gesellschaftsutopie«, »aussichtsreichster Versuch, einen neuen literarischen Trend zu erschaffen«, »beste Nebenfigur« etc. – alles nur Beispiele, denn die Laudator*innen überlegen sich selbst Kategorien. Vom Literaturforum im Brecht-Haus beauftragte Autor*innen geben Einblick in ihre Lieblingslektüre und entscheiden dabei individuell und subjektiv über Preiskategorien und Gewinnertitel. Die Laudator*innen stellen die Auszeichnungen und Ehrenpreisträger*innen vor. Was für Preise werden vergeben? Wer werden die Preisträger*innen sein?
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Informationen |
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Unser gesamtes Programm gibt es hier.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 6,- € / ermäßigt: 4,- €
Hier finden Sie unsere Besucher*inneninformationen.
Literaturforum im Brecht-Haus
Träger: Gesellschaft für Sinn und Form e. V.
Chausseestr. 125, 10115 Berlin
030 / 28 22 003
info@lfbrecht.de
www.lfbrecht.de
Social Media: @lfbrecht
Unsere Veranstaltungen gibt es auch als Streams auf unserem YouTube-Kanal.
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