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Brecht-Tage 2026
Brechts grüne Revolution
6.–13. Februar
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Die Brecht-Tage widmen sich dieses Jahr der Industrialisierung der Landwirtschaft und damit der Beziehung von Technik und Natur. Anders als in den Vorjahren, gibt es Veranstaltungen an verschiedenen Orten in der Stadt. Das Programm umfasst Vorträge und Podiumsgespräche im Museum für Naturkunde Berlin, sowjetische Avantgarde-Filme im Zeiss-Großplanetarium, naturkundliche Workshops und Führungen im Museum für Naturkunde und im Futurium u.v.m.
Das Motto der Brecht-Tage lautet »Die Erde, ›die große Nährerin‹ Brecht grüne Revolution«, wobei »grüne Revolution« sich dezidiert auf die »Industrialisierung der Landwirtschaft« bezieht. Während des Kalten Krieges weitete sich die Industrialisierung der Landwirtschaft als »grüne Revolution« zu einem globalen Projekt aus, in dem Züchtung, Chemikalien- und Maschineneinsatz zusammenwirken. Heute wissen wir, dass die »grüne Revolution« zu den stärksten Treibern der Klimakrise gehört.
Brechts Werk bietet viele Anknüpfungspunkte, um auf diese Situation zu reagieren. Das liegt nicht nur an seinen an Marx geschulten technik- und wissenschaftssoziologischen Einsichten, sondern entspringt auch seinem Ziel einer poetischen »Anstrengung zur Verbesserung des Planeten«, auf dem die vom Kapitalismus befreite Menschheit sich wohnend einrichten soll. Gemeinsam mit Expert:innen und Autor:innen geht es vom 6. bis 13. Februar um Brechts planetare Poetik und die Verbindungslinien zu gegenwärtigen Debatten um den drohenden Klimakollaps und den Umbau der Industriegesellschaft im Anthropozän.
Projektleitung: Hans-Christian von Herrmann und Alexander Karschnia
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Brecht-Tage 2026
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Intergalaktischer Vorabend der Brecht-Tage 2026: Dessa – ein durch Luft- und Wasserverschmutzung bedrohter Planet mit einer autokratischen Regierung, die sich vom Chaos ernährt. Auf der Erde lebt die Menschheit in einer klaren, lichten Zukunft im 23. Jahrhundert. Zwischen beiden Welten steht die geklonte Humanoidin Neeya, die die Erinnerung an ihren Heimatplaneten erst mühsam wiedergewinnen muss. Der Film schildert den Versuch der Besatzung des Raumschiffs Astra, das Regime auf Dessa zu stürzen und die natürlichen Lebensgrundlagen wieder herzustellen. Ein Science Fiction-Film zwischen Dystopie und Utopie als umweltaktivistisches Manifest.
Film: »Die Frau aus dem All / Durch Dornen zu den Sternen« (Richard Viktorow, UdSSR, Gorki-Studio, Moskau, 1981, 144 Min., DEFA-Studio für Synchronisation)
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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»Die Erziehung der Hirse«, Brechts zuerst 1950 erschienenes Langgedicht, ist die lyrische Feier einer gesteigerten landwirtschaftlichen Produktion, wie sie seit den 1930er Jahren von der Moskauer Akademie für Agrarwissenschaften unter ihrem eng mit Stalin verbundenen Präsidenten Trofim Lyssenko in großen Realexperimenten vorangetrieben wurde. Das von Paul Dessau als »Musikepos« vertonte Gedicht ergreift dabei entschieden Partei für die sowjetische Agrobiologie, die statt auf Gentechnik auf die Veränderung (oder »Erziehung«) der Pflanzen durch technische Gestaltung der Umweltbeziehungen setzte. Der Eröffnungsabend der Brecht-Tage 2026 wendet sich diesem Text, der in der Rezeption zumeist auf Verständnislosigkeit und Ablehnung stieß, ausgehend von einer Archivaufnahme aus dem Jahr 1954 zu und rückt ihn in einen zugleich werk- und wissenschaftsgeschichtlichen Zusammenhang. Künstlerische Zusammenarbeit: Vettka Kirillova
Präsentation einer Rundfunkaufnahme des Musikepos »Die Erziehung der Hirse« von Bertolt Brecht und Paul Dessau von 1954. Anschließend Gespräch zu den biologiegeschichtlichen und agrarwissenschaftlichen Quellen der Dichtung mit Peter Berz und Helmut Höge.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Oleksandr Dowschenkos »Erde« gilt als einer der größten Filme aller Zeiten. Das Meisterwerk der sowjetischen Kinoavantgarde zeigt in ikonisch gewordenen Montage-Bildern, wie die Kollektivierung der Landwirtschaft während des Ersten Fünfjahresplans bäuerliche Traditionen in der Ukraine radikal verändert. Als der Film entstand, waren die fatalen Konsequenzen dieser gewaltsamen Industrialisierungspolitik und der durch sie ausgelösten Hungerkatastrophen noch nicht bekannt. Heute ist Dowschenkos »Erde« vor allem ein einzigartiges Kinokunstwerk, das in unvergesslichen und emotional aufrüttelnden poetischen Filmbildern das damalige Verhältnis zur Umgestaltung der Natur darstellt.
Film: Erde (Oleksandr Dowschenko, UdSSR 1930, 75 Min., Stummfilm mit engl. UT)
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.
Fermentation ist mehr als eine uralte Methode zur Haltbarmachung von Lebensmitteln – sie ist ein Sinnbild für Transformation, Gemeinschaft und lebendige Prozesse. Wie Mikroorganismen Gemüse in aromatische Lebensmittel verwandeln, so kann auch unser Umgang mit Ernährung und Landwirtschaft im Wandel begriffen werden: hin zu mehr Achtsamkeit, Kreisläufen und Verbundenheit mit dem, was wir essen. In dem Workshop tauchen wir gemeinsam in die faszinierende Welt der Lakto-Fermentation ein: Ein Prozess, der zeigt, wie aus Rohem etwas Neues entsteht und wie Nährstoffe, Geschmack und Gemeinschaft gleichzeitig gären und wachsen können. Zu Beginn starten wir mit einer theoretischen Einführung über die Grundlagen der Lakto-Fermentation um anschließend durch eine Verkosten die Vielfalt mikrobieller Kulturen zu erleben. Im zweiten Teil kommen wir selbst ins Tun und stellen unser eigenes Gemüseferment her. Zum Abschluss gibt es noch einen Einblick in die süße Fermentation mit Honig.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Der Historiker Klaus Gestwa und die Schriftstellerin Theresa Hannig diskutieren, ausgehend von den auf den Brecht-Tagen gezeigten Filmen, Fragen der sowjetischen Technopolitik und Umweltgeschichte im Zeitraum zwischen den 1930er und 1980er Jahren. Der Spannungsbogen reicht dabei in thematischer Hinsicht von den mit der Beseitigung der agrarischen Lebensweise verbundenen sozialrevolutionären Wirkungen bis zum Erschrecken vor der Zerstörung der Lebensgrundlagen in der Industriegesellschaft, in ästhetischer Hinsicht vom Avantgarde-Kino bis zum Science-Fiction-Film.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Ticket:
Eintritt frei!
Das Planetarium dient Brecht als Modell für einen neuen Typus der Dramatik. Bewegungen der Sterne und Bewegungen der Menschen erscheinen darin gleichermaßen als Konstellationen; »ohne Halt und in großer Fahrt« sind die Gestirne am Himmel und die Menschen auf der Erde. In collageartiger Weise zeichnet der Vortrag einige Beziehungen zwischen astronomischer und theatraler Demonstration nach. Eröffnet Brechts Planetariums-Bühne Wege, »aus den Kräften des Kosmos zu leben« (Walter Benjamin)? Und wo führen diese Wege ins heutige Zeitalter des »Planetaren«? Eingangs begrüßt Tim Florian Horn, Direktor des Zeiss-Großplanetariums.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Michail Romms Film »Neun Tage eines Jahres« ist einer der wichtigsten Filme der Tauwetterzeit, als nach Stalins Tod eine kritischere Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart in der Sowjetunion möglich wurde. Während Romm in Deutschland vor allem durch seinen Dokumentarfilm »Der Gewöhnliche Faschismus« (1965) noch heute bekannt ist, der sich der totalitären Vergangenheit widmet, sind die Neun Tage eines Jahres der damals brennenden Physiker-und-Lyriker-Debatte gewidmet. In ihr ging es um den Status von Kunst und Wissenschaft für die junge rebellierende Generation. Bei Romm experimentieren zwei junge Atomphysiker, beide in dasselbe Mädchen verliebt, mit Verfahren der Kernspaltung, wobei einer sich eine tödliche Strahlendosis einfängt: war der Forschungsenthusiasmus dieses Lebensrisiko wert? Die in dem Film aufgeworfenen Fragen ethischer und gesellschaftlicher Verantwortung, die auch private Beziehungen miteinschließt, sind auch heute noch von anhaltender Aktualität.
Film: Neun Tage eines Jahres (Michail Romm, UdSSR 1962, 111 Min., OV mit dt. UT)
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Anmeldung erforderlich: netzwerknaturwissen@mfn.berlin
Wer Brechts »Erziehung der Hirse« nur für ein harmloses Naturstück hält, irrt gewaltig. Hinter dem scheinbar schlichten Bild vom Wachsen und Werden entfaltet sich ein Gedicht von überraschender Komplexität – ein Text, der ebenso viel über die Welt erzählt wie über den Menschen, der in ihr handelt.
In dem Workshop lädt das Netzwerk Naturwissen Schüler:innen dazu ein, diesem vielschichtigen Werk mit neugierigen Augen zu begegnen. Wir wechseln bewusst die Perspektive: Wie liest ein Historiker das Gedicht, der Brechts Text in den Windschatten politischer Umbrüche stellt? Welche Fäden entdeckt eine Literaturwissenschaftlerin, wenn sie der Sprache, den Bildern und dem Bau des Gedichts folgt? Und was sieht ein Biologe, dem das stille Wissen über Böden, Witterung und Wachstum sofort ins Auge springt? Aus diesen unterschiedlichen Blickwinkeln entsteht ein überraschend reiches Panorama. Der Text beginnt zu leuchten, weil er nicht länger eindimensional gelesen wird, sondern als das, was er ist: eine kleine Parabel über Einsicht, Geduld und den klugen Umgang mit der Wirklichkeit.
Am Ende führen wir alle Perspektiven zusammen, wie Erntekörner, die erst im Zusammenspiel einen vollen Sack ergeben. So entsteht ein Bild, das mehr ist als die Summe seiner Teile, und Brechts Gedicht zeigt sich in seiner ganzen feinen, manchmal widerspenstigen Schönheit. Ziel des Workshops ist es also, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie ökonomische, ökologische und politische Machtverhältnisse Landwirtschaft und Ernährung beeinflussen. Dadurch sollen Verbindungen zwischen dem historischen Kontext, der aktuellen Ernährungspolitik und potentiellen individuellen Handlungsmöglichkeiten hergestellt werden.
Ein Workshop für alle, die Lust haben, sich von Literatur irritieren, inspirieren und ein wenig erziehen zu lassen. (Ab Klasse 11)
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Anmeldung erforderlich: netzwerknaturwissen@mfn.berlin
Die Führung zum Thema Queering Nature rückt die queergeschichtliche Sicht auf Natur und Wissenschaft in den Vordergrund und geht anhand der Ausstellung unter anderem den Fragen nach: Wie wird Natur sexualisiert? Wie finden Forschende das Geschlecht bei einem Saurier heraus? Was hat Kolonialismus mit Botanik und Geschlecht bei Pflanzen zu tun? Welches und wessen Wissen wird im Museum für Naturkunde (re-)präsentiert? Und was bleibt verborgen?
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Ein wichtiges Vermächtnis des Naturforschers E.O. Wilson ist die Schrift »Die Hälfte der Erde«. Darin fordert er uns auf, die halbe Erdkugel der Natur zu überlassen. Troy Vettese und Drew Pendergrass greifen mit »HALF EARTH SOCIALISM« diese Forderung auf. Für sie gibt es als Alternative zur Rückverwilderung nur gigantische Geoengineering-Programme. Um die Gefahr solcher Naturbeherrschung zu verdeutlichen, lesen sie die Klassiker der neoliberalen Literatur gegen den Strich. Hayeks These der »Agnotologie«, der Nichterkennbarkeit, wird vom Kopf auf die Füße gestellt: Nicht Märkte, sondern Ökosysteme sind zu komplex, um sie zu regulieren. Kann dieser Gedanke die Basis sein für ökologische Politik in Zeiten des drohenden Kollapses?
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Brechts Vorliebe für »Modelle« ist vielleicht wenig bekannt, prägt aber seinen Beitrag zu einem »Theater des wissenschaftlichen Zeitalters«. Walter Benjamin schrieb dazu: »Es kann so kommen, aber es kann auch ganz anders kommen; das ist die Grundhaltung dessen, der für das epische Theater schreibt.« In den Geowissenschaften und speziell in der Klimaforschung sind Modelle ein fester Bestandteil eines »Theaters der Wissenschaft« wie das Denken in Szenarien, einer Lehre aus der Renaissance, der Zeit, als Galileo sein Wissen über die Sonne verheimlichen musste. Brechts Modell-Begriff weiterzudenken könnte da ansetzen, wo er selbst mit der Formulierung seiner Modelle auch deren Veränderung empfohlen hat.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Zwei Springquellen allen Reichtums hatte Marx entdeckt: Die Erde (Natur) und den Arbeiter (Arbeitskraft). In der Geschichte der Arbeiter:innenbewegung war letztere lange im Fokus. Seit einigen Jahren verschiebt sich die Aufmerksamkeit auf erstere, bzw. das Verhältnis der beiden. Jason Moore gehört mit seinem »Weltökologie«-Ansatz zu den wichtigsten Vertretern jener neuen Generation von Öko-Marxist:innen. Statt vom Anthropozän spricht er lieber vom »Kapitalozän«. Wir können den »Stoffwechsel mit der Natur« nur neu organisieren, wenn wir Gesellschaft und Natur nicht länger als zwei voneinander getrennte Boxen betrachten, sondern als wechselseitig in einem »Lebensnetz« miteinander verbunden. Aber wie kommen wir vom Rollback und der unvermeidlichen Klimakatastrophe zum Sozialismus im »Lebensnetz«, von Kulturen der Furcht zu Ökologien der Hoffnung?
Anschließend Empfang im Sauriersaal.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Brecht-Tage 2026
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© David von Becker, Ausstellung Landwirtschaft im Futurium |
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Veranstaltungsort:
Futurium
Alexanderufer 2, 10117 Berlin
Anmeldung per Mail an: anmeldung@lfbrecht.de
Kurator*innen-Führung zum aktuellen Themenschwerpunkt »Zukunftsfelder« zu Landwirtschaft und Landnutzung.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Brecht-Tage 2026
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Ticket:
Eintritt frei!
Im Vorspiel zu Brechts Stück »Der Kaukasische Kreidekreis«, unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges, streiten die Kolchosen der Ziegenzüchter und der Obstbauern über die Nutzung eines Tals, können sich aber schließlich einigen. Zur Ehrung der Ziegenzüchter, die im Sinne des Gemeinwohls auf ihre Rechte verzichten, wird eine alte, dem Ursprung nach chinesische Parabel aufgeführt. Der georgische Hintergrund galt lange als verzichtbar, war für Brecht aber zur historischen Verortung der Fabel wichtig und erreicht durch die jüngste geopolitische Entwicklung auch eine neue Brisanz. Patrick Primavesi und Elene Shalutashvili berichten von einer Brecht-Konferenz in Georgien zum 50. Jubiläum der legendären Kreidekreis-Inszenierung von Robert Sturua und sprechen mit Zaal Andronikashvili über die aktuelle Situation.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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17:30
Die Umsiedler:innen oder das Sterben auf dem Lande
Henrik Kuhlmann präsentiert das performative Land Art-Projekt »Bauerntheater« von David Levine und Sarah Phillips (2007) und spricht mit B. K. Tragelehn und Nicola Nord (von andcompany&Co.) über ihr kommendes Projekt »Die Umsiedler*innen«
Lesung Mira Partecke mit B. K. Tragelehn
Moderation Anja Quickert
Als B.K. Tragelehn im Herbst 1961 Heiner Müllers Stück »Die Umsiedlerin oder das Leben auf dem Lande« zur Uraufführung brachte, war der Skandal vorprogrammiert. Nach dem 13. August reichte ein Satz über die Staatsgrenzen, um die Obrigkeit zu provozieren. Doch um den Mauerbau ging es gar nicht, sondern um die Bodenreform und die Kollektivierung der Landwirtschaft. Zugleich gilt das Jahr 1961 als Beginn der »Grünen Revolution«. Die USA trieben die Intensivierung der Landwirtschaft voran, um die Ernährung der Menschen im Globalen Süden zu sichern: eine »Grüne Revolution« gegen eine drohende »Rote Revolution«. Eine Bevölkerungsexplosion war die Folge. Und ein neues Artensterben.
18:30
Grüne Revolution oder Grüne Katastrophe? Über die Zukunft der Landwirtschaft und des Ernährungssystems
Podiumsgespräch mit Sophie von Redecker und Martin Reich
Heute gilt die »Grüne Revolution« als ein Haupttreiber der »Zangenkrise« aus Erderhitzung und Artensterben. Weltweit wird nach Alternativen zur intensiven Landwirtschaft gesucht: Seien es durch Bio-Bauernhöfe, sei es durch den Ausbau alternativer Weisen der Nahrungsmittelproduktion wie z.B. durch Fermentation. Die Agrarwissenschaftlerin Sophie von Redecker diskutiert mit Martin Reich (Autor von »Revolution aus dem Mikrokosmos«) die Frage: »Was hat die Landwirtschaft je für uns getan?«
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Brecht-Tage 2026
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Mr. Keuner's meditations on the beauty of trees prompt Troy Vettese und Drew Pendergrass to claim Brecht as a precursor to their Half Earth Socialism Program: Among Marxists, Brecht was an exception, as thanks to the influence of Daoist thinking, he had an inkling of how to overcome productivism, which still dominates socialist thinking today and stands in the way of the emergence of “green socialism.” Together with Heinrich Detering, who has researched Brecht and Laozi, they discuss Brecht as an eco-socialist avant la lettre.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Magdalena Schrefel liest aus ihrem soeben erschienenen Roman »Das Blaue vom Himmel«, dessen Figuren nach der Beschreibung des Himmelsblaus suchen, kurz bevor die Stratosphäre durch eine Geoingeneering-Maßnahme verdunkelt werden soll. Mit Hanna Hamel spricht die Autorin über die erzählerische Erkundung und Gestaltung neuer technischer Möglichkeiten und über deren Wechselwirkungen mit dem individuellen Erinnern, Wahrnehmen und Erleben.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Brecht-Tage 2026
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© Bundesarchiv, Bild 183-57390-0001 / CC-BY-SA 3.0 / Foto: Horst Siegert |
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Die Schlachthöfe von Chicago sind dank Brechts »Heiliger Johanna« heute noch vielen ein Begriff. Die Bedeutung dieser Fleischfabriken ist jedoch kaum zu überschätzen: Sie waren nicht nur Ort heftiger Arbeitskämpfe, sondern aus eben diesem Grund auch ein Hort revolutionärer technischer Innovationen: Hier wurde sowohl das Fließband als auch die Kühltechnik entwickelt. Die Fleischindustrie ist ein paradigmatischer Ort für das, was Simon Schaupp als »Stoffwechselpolitik« bezeichnet: Die Arbeitswelt als politische Arena, in der gesellschaftliche Naturverhältnisse ausgehandelt werden. Nicht nur die Widerspenstigkeit der Arbeit, sondern auch die Widerspenstigkeit der Natur, etwa in Form verrottender Tierkörper haben die Geschichte der Arbeit wesentlich geprägt. Mit dieser Perspektive eröffnet Schaupp ein Verständnis von Arbeit als zentralem Ort der Verursachung und auch der Bearbeitung der sich zuspitzenden ökologischen Krise.
In Kooperation mit dem Netzwerk Naturwissen am Museum für Naturkunde Berlin, dem Zeiss-Großplanetarium Berlin, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, dem Fachgebiet Literaturwissenschaft der Technischen Universität Berlin und andcompany&Co.
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Informationen |
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Unser gesamtes Programm gibt es hier.
Eintritt, wenn nicht anders angegeben: 6,- € / ermäßigt: 4,- €
Hier finden Sie unsere Besucher*inneninformationen.
Literaturforum im Brecht-Haus
Träger: Gesellschaft für Sinn und Form e. V.
Chausseestr. 125, 10115 Berlin
030 / 28 22 003
info@lfbrecht.de
www.lfbrecht.de
Social Media: @lfbrecht
Unsere Veranstaltungen gibt es auch als Streams auf unserem YouTube-Kanal.
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