Wald

/ 2015

Marian hat alles verloren – ihre Karriere als Designerin, ihren Freund, ihre Wohnung, ihren Besitz. Jetzt wohnt sie in einer Hütte im Wald, reflektiert ihr Scheitern und versucht von einem Tag auf den anderen zu überleben. Der kleine Haushalt kreist um Wildern, Fischen, Stehlen – und um Franz, ein älterer Mann, der immer wieder auftaucht und sie unterstützt – und sexuell ausbeutet. Obendrein passt ihre Anwesenheit den Dorfbewohnern nicht. Die Ungeheuerlichkeit von Marians Lage kommt scheinbar selbstverständlich daher, ganz ohne Drama. Wie die Knecht da eine Frau in den Abgrund schickt und trotzdem nicht den Humor verliert, ist lehrreich. Frauen, die in der Natur zurechtkommen müssen, stehen vor anderen Herausforderungen als Männer – das lässt sich vom kleinen Häuschen metaphorisch wunderbar auf die große Welt übertragen. Das macht Doris Knecht auf eine äußerst tabulose und spannende Art. mehr

Warum lesen

Spannend und drückend, aber auch hoffnungsvoll. Nebenbei eine große Kritik am Neoliberalismus. Knechts lakonischer Humor trägt eine durch das Buch, das ein großartiges empathisches Angebot ist.

Auf der Liste:
Das Politische im Privaten – österreichische Autorinnen