Mein Kampf

/ 1987

George Tabori gilt als eine der große Theaterautor*innen der Nachkriegszeit. In seiner Groteske „Mein Kampf“ erleben wir Hitler in einem Männerasyl, begleitet von den zwei Juden Schlomo Herzl und dem Koch Lobkowitz, die ihm beibringen, wie man das Publikum begeistert. Ein Lehrstück über die Freiheit der Literatur, mit der Geschichte und ihren Figuren anzustellen, was sie will. Und die darin eine Ruhe entdeckt, die man auch als Stille nach dem Schuss beschreiben kann. Eine literarische Rache, die auch darum so gut funktioniert, weil wir wissen, dass es doch eigentlich ganz anders gewesen ist.

 

Warum lesen

Weil Taboris „Mein Kampf“ unterstreicht, dass Rache nicht immer eine gewaltvolle Sache sein muss. Rache kann auch bedeuten, zentrale Akteure der Gewalt ihrer Autonomie zu berauben und als Hanswürste neu zu erzählen. Hannah Arendt lässt grüßen.

[mc]

Auf der Liste:
Jüdische Rache

Auf der Suche nach Gerechtigkeit in der Literatur nach 1945