Oder?

/ 2021

Jetzt verstoße ich gegen ein eigenes Kriterium. Dieses kleine, großartige Buch habe ich für eine Moderation gelesen. Aber ich habe es auch für die Moderation vorgeschlagen, denn es ist eines der besten, kleinen, großartigen Bücher, die ich gelesen habe (und darunter sind auch Bücher aus der Zeit, als ich viele Bücher las). Es geht darum um Emanzipation, um eine Odyssee, aber auch darum, dass sich die Romanfiguren ihrer Figurenhaftigkeit bewusst werden und anschließend die Kontrolle über den Text übernehmen.

 

Warum lesen

Lesen für eine einmalige metafiktionale Erfahrung, Witz und Fressen.

Auf der Liste:
Fünf Bücher aus den letzten siebeneinhalb Jahren

Ede und Unku

/ 1931/2005

Anfang der 1930er Jahre lernen sich der Arbeiterjunge Ede und das ‘Zigeunermädchen’ Unku auf einem Rummelplatz kennen und werden Freunde. Ede wird in Unkus Familie herzlich aufgenommen. Umgekehrt aber funktioniert das nicht. Edes Eltern verbieten ihm die Freundschaft mit Unku sowie mit seinem Freund Maxe, dessen Vater bei den Sozialisten aktiv ist. Als Edes Vater arbeitslos wird, erklärt Maxes Vater den beiden Jungen mit einer Parabel die Gründe für Arbeitslosigkeit und die Ausbeutung der Arbeiterklasse. Später verhilft Maxes Mutter Ede zu einer Arbeit, mit der er seine Familie unterstützen kann. Als es bei der AEG einen Streik gibt, an dem auch Maxes Vater teilnimmt, wird Edes Vater, ohne sich darüber im Klaren zu sein, als Streikbrecher angeheuert. Die drei Kinder verstecken Maxes Vater auf der Flucht vor der Polizei zunächst bei Unkus Familie und dann bei Ede. In einem ‘Showdown’ kommt es zum Kennenlernen und zur Freundschaft der Familien untereinander. mehr

Warum lesen?

Eine “Emil und die Detektive”- Geschichte aus sozialistischer Perspektive. Politische Themen (Diskriminierung, Streik, Sozialismus) werden hier spannend und humorvoll erzählt. Das Berlin der 1930er Jahre wird lebendig.

Auf der Liste:
Kinder- und Jugendliteratur des Exils

Literatur als Widerstand