Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

Die Ich-Erzählerin Mimi erzählt eine mitunter herzzerreißende Verfallsgeschichte, in welcher die DDR, der soziale Kitt, die Gebäude, die Infrastruktur und auch die Menschen verfallen. Der an wahre Begebenheiten angelehnte Roman entfaltet das beklemmende Panorama der sogenannten Baseballschlägerjahre in Brandenburg und schildert die Gefahr und Bedrängnis, in der sich alljene befanden, die als ‚anders‘ gelesen wurden. Mimi und ihre Freunde sind den ständigen Attacken der ‚Gorillas‘, Neonazis mit olivgrünen Bomberjacken und Springerstiefeln, ausgesetzt – viele Freunde müssen deshalb ins Krankenhaus und es gibt sogar Tote. Ihr Anführer ist ausgerechnet ein Jugendfreund Mimis, jetzt von allen ‚Hitler‘ genannt. Verzweifelt stellen sich Mimi und ihre Freunde dem Rechtsruck entgegen. Sie organisieren ein Maifest, das von Rechtsradikalen belagert wird und greifen schließlich zu anderen Mitteln.

Warum lesen

Der Roman ist eine eindrückliche Erinnerung sowohl an die mörderischen Nachwendejahre als auch an die Notwendigkeit antifaschistischer Selbstverteidigung.

Auf der Liste:
Antifaschismus im Gegenwartsroman

Literatur nach 1989