

Mo 08.02.2010 – Fr 12.02.2010
Was kennzeichnet Bertolt Brecht als Bildersammler? Wo sind es Bilder statt Texte, die zu Ideengebern, Studienobjekten und Anlässen seines Schreibens wurden und was zeichnet die so entstandenen Texte Brechts aus? Wird Brecht den eigenen, von ihm selbst entwickelten Ansprüchen an das Zusammenspiel der Künste gerecht? Kann von einem eigenen Stellenwert der visuellen Erfahrung – unabhängig oder gar entgegen des Textes – bei Brecht gesprochen werden? Ziel der Brecht-Tage 2010 ist es, den Stellenwert der Bilder und Bildkünste für Brecht neu zu evaluieren. Um die Aktualität seiner Ansätze zu prüfen, beteiligen sich neben Wissenschaftlern auch Theaterkünstler, Literatinnen und Literaten.
Durch seine Bühnenbilder für Aufführungen Heiner Müllers bewegt sich der Künstler und Bühnenbildner Mark Lammert in der Tradition einer kritischen Auseinandersetzung mit der Ästhetik Brechts. Vor dem Hintergrund skizziert er Fragestellungen, die heute noch von Brecht für das Bühnenbild ausgehen (Vortragstitel „Brecht und Müller. Einige Überlegungen über Farbe, Texte, Räume und Mauern – Anmerkungen über Kontextänderungen in den letzten 20... weiterlesen
Mit der Tagung „Brecht-Perspektiven 2010“ gibt das Literaturforum im Brecht-Haus jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Chance, Ihre Arbeiten zu Brecht zur Diskussion zu stellen und der Frage nachzugehen, wo die Perspektiven für weitere Forschungen liegen. Die Diskussion leitet der Frankfurter Literatur- und Theaterwissenschaftler sowie Präsident der Internationalen Brecht-Gesellschaft Hans-Thies Lehmann. Konstantinos Kotsiaros: „Dialektische und grausame Vereinigung von Kunst und Leben... weiterlesen
Der französische Kunstphilosoph Georges Didi-Huberman hat in seinem Buch „Quand les images prennent position“ die Bedeutung Brechts als Bild-Theoretiker entfaltet. In seinem Vortrag verlängert er die Perspektive auf den Kunst-Theoretiker Aby Warburg und diskutiert die Nähe zwischen den von Brecht angelegten Bildermappen und Warburgs Projekt des Bilderatlasses (Vortragstitel “Le désordre du monde, voilà le sujet de l’art…”. Zur Nachgeschichte Brechts... weiterlesen
Brecht legte mehrere umfangreiche, aber bisher kaum ausgewertete Bildsammlungen an. Eine davon gilt dem „Kaukasischen Kreidekreis“. Der Oxforder Literaturwissenschaftler Tom Kuhn diskutiert die Bedeutung dieser Materialsammlung für eine Neulektüre des Stücks (Votragstitel „Das Bildmaterial zum ‚Kaukasischen Kreidekreis‘“). Das Initiativmoment des Bildes für Arbeiten und Projekte Brechts verfolgt auch Sabine Kebir. Sie geht dem exemplarischen Fall eines Filmscripts nach, das in... weiterlesen
Gegen das Wagner’sche „Gesamtkunstwerk“ gerichtet, propagierte Brecht die Idee einer Trennung und freien Assoziation der Künste. In ihrem Vortrag erkundet Marianne Streisand, inwiefern Brecht selbst diesem Anspruch gerecht wurde und welche Rolle er den Künsten im Verhältnis zur Literatur zuerkannte. Das ganz private Zusammenspiel von Literatur und bildender Kunst bei Brecht verfolgt Peter Voigt in seinem eigens für die Brecht-Tage... weiterlesen
Mit seinen Epigrammen zu Fotos reagierte Brecht auf das zeitgemäß populärste Bildmedium. Der Video- und Theaterkünstler Niklas Ritter nähert sich diesen Text-Bild-Arrangements mit den Mitteln des Films und übersetzt sie in Form eines Ein-Personen-Stücks (mit Schauspieler Julian Mehne) in die mediale Gegenwart: „Brecht/KRIEGSFIBEL“ (Videoinszenierung). Eine Aktualisierung der Form des Fotoepigramms verfolgt auch die Ausstellung „Fotoepigramme 2010“ im Literaturforum im Brecht-Haus, die... weiterlesen