
Do. 28.05. – Sa. 30.05. / Tagung
Historisch-kritische Perspektiven auf Werk und Wirken von Wolfgang Heise
Wolfgang Heise (1925–1987) war ein Fixstern kritischen Denkens in der DDR. Heiner Müller hielt ihn für den einzigen DDR-Philosophen, der es nicht verdient habe, in den »Inszenierungen des Vergessens« der 1990er Jahre zu versinken. Dennoch ist sein Werk heute kaum mehr bekannt. Im kulturwissenschaftlichen Diskurs der Gegenwart war sein Name noch bis vor Kurzem abwesend. Erst in jüngster Zeit, zuletzt anlässlich seines 100. Geburtstages, melden sich Stimmen zu Wort, die auf ein neu entfachtes Interesse an Werk und Wirken Heises hindeuten. Aber was hat uns Heise heute noch – oder wieder – zu sagen? Wie sind seine Texte, Interventionen und Denkbewegungen historisch zu lesen? Ziel ist es, bislang vereinzelte Forschungsperspektiven zusammenzuführen, Heises Arbeiten in ihren politisch-epistemologischen Kontexten zu verorten und ihre kritisch-emanzipatorischen Impulse auf Aktualisierbarkeit hin zu befragen – in einem Austausch zwischen Forschung und Zeitzeug:innen, der offene Fragen, blinde Flecken und produktive Reibungen sichtbar machen und Heises Denken als Herausforderung zeigen soll.
Koordination Anne Gräfe, Jan Loheit und Lukas Zittlau