
Auf den Spuren antifaschistischer Schriftsteller:innen auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof
Lesungen Schauspielstudierende der HfS Ernst Busch
Treffpunkt: Brecht-Haus.
Wichtig: Lichtbildausweis erforderlich für die Ausleihe von Kopfhörern
Eine besondere literarische Spurensuche auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof: An den Gräbern antifaschistischer Schriftsteller:innen werden kurze Texte und Zitate gelesen und in ihren biografischen und historischen Kontext eingeordnet. Stationen führen unter anderem zu Anna Seghers, Heinrich Mann, Bertolt Brecht, Arnold Zweig, Hedda Zinner, Fritz Erpenbeck, Johannes R. Becher sowie Herzfelde/Heartfield.

»Aber versuchen wir einen anderen Anfang«
Fragmente für eine antifaschistische Praxis
Gemeinsam mit Tanasgol Sabbagh entsteht eine performative Lecture als Gespräch in Bewegung: ein Versuch, aus Texten des Widerstands eine Gegenwart zu komponieren. Ausgangspunkt ist Die Ästhetik des Widerstands von Peter Weiss, doch das Material verzweigt sich – durch Zeiten, Orte und Stimmen. Die Lecture folgt keiner linearen Argumentation, sondern einer Logik der Partitur: Stimmen setzen ein, überlagern sich, brechen ab, kehren wieder. Zitate, Gedichte, politische Texte und Fragmente werden nicht nur gelesen, sondern angeordnet, verschoben, gegeneinander gehört. Bedeutung entsteht im Rhythmus, im Schnitt, in der Wiederholung. Aus dieser kompositorischen Bewegung entwickelt sich ein Dialog über Handlung: Was heißt antifaschistischer Widerstand heute? Wie lässt sich aus historischem Material eine Praxis für die Gegenwart ableiten, ohne es zu schließen oder zu beruhigen? Worin besteht die Rolle und die Verantwortung der Schreibenden? Das angestrebte »Handbuch« bleibt fragmentarisch – eher eine offene Partitur als ein fertiger Text. Poesie verschiebt sich in Richtung Handlung, Sprache wird zur Probe auf Praxis. Die performative Lecture versteht sich als Versuchsanordnung: ein Raum, in dem sich Denken, Sprechen und mögliches Handeln gegenseitig affizieren.

Paradigmatische Lektüren antifaschistischer Literatur
09:30
Begrüßung
09:45
Narrative antifaschistischer Theaterpraktiken. Asja Lācis’ »Revolutionäres Theater in Deutschland« (Moskau, 1935) im Kontext sowjetischer Kulturdoktrin.
Input und Podiumsgespräch mit Swetlana Lukanitschewa, Mimmi Woisnitza und Erik Zielke
11:30
Aspekte antifaschistischer DDR-Literatur u.a. bei Anna Seghers, Karl Mundstock, Fred Wander.
Diskussion und Gespräch mit Lukas Betzler, Jonas Haug, Tim Preuß und Pauline Schubert, moderiert von Franziska Haug
14:00
Antifaschistischer Widerstand ästhetischer Formen. Paradigmatische Lektüren am Beispiel von Gegenwartslyrik.
Lyrik-Performance mit Mesut Bayraktar und Alina Essberger (Kollektiv nous – konfrontative Literatur) und anschließende Diskussion, moderiert von Nursan Celik und Lisa Jüttner
16:00
Didaktik, Transnationalität, Unordnung: Neue Fragen und Beobachtungen bei der Re-Lektüre antifaschistischer Literatur.
Podiumsgespräch mit Dîlan Canan Çakir, Stephanie Marx und Florian Kappeler
17:00
(Re-)Claiming Authors and Books: Praktiken antifaschistischer Literaturwissenschaft.
Buchpräsentation »Literatur- und Kulturpolitik der ›Neuen Rechten‹« mit Mareike Gronich und Jeannie Moser
18:00
Gibt es »antifaschistische Literatur«? Zur Vereinnahmung von Kunst durch Politik.
Mely Kiyak im Gespräch mit Jeannie Moser
Das Symposium wurde in Kooperation mit dem Arbeitskreis Politische Ästhetiken kuratiert und tritt zugleich an die Stelle der diesjährigen Jahrestagung des Arbeitskreises für Politische Ästhetiken 2026.