
Was gehört auf eine Leseliste »antifaschistische Literatur«?
Moderation Stephanie Marx
Anna Seghers' Roman »Das siebte Kreuz« zählt unumstritten zu den Hauptwerken »antifaschistischer Literatur« – so problematisch sich dieser Begriff auch definieren lassen mag. Aber: Was gehört noch auf eine Leseliste antifaschistischer Literatur? Welche Titel könnten oder sollten dort aufgenommen werden, um den Blick gezielt auch auf weniger prominente Beispiele und Autor:innen zu lenken? Wie breit ist überhaupt das Spektrum der Bücher und Sub-Genres antifaschistischer Literatur? Welche Kriterien gelten, um von antifaschistischer Literatur sprechen zu können? Um an konkreten Beispielen diskutieren zu können, wird bereits im Vorfeld der Veranstaltung eine kommentierte Leseliste zur antifaschistischen Literatur mit Fokus auf die deutschsprachige Literatur der 1930er und 1940er Jahre ausgearbeitet.

Lese-Tagebücher zu Willi Bredel und Irmgard Keun
Moderation Lara Sielmann
Bereits früh wurde das Terrorregime der Nationalsozialisten zum Gegenstand kritischer literarischer Reflexion. Es entstanden Tatsachen- und Gegenwartsromane, die den Alltag und Umbau der Gesellschaft nach 1933 und die zunehmende politische Repression und Judenverfolgung dokumentarisch und literarisch verdichtet nachzeichneten. Für das Festival verfassen Domenico Müllensiefen und Ronya Othmann jeweils ein Lese-Tagebuch, mit dem sie die Re-Lektüre eines antifaschistischen Roman-Klassikers dokumentieren. Ausgewählt für dieses Leseexperiment wurden Willi Bredel, »Dein unbekannter Bruder« und Irmgard Keun, »Nach Mitternacht«. Über das Genre des Lese-Tagebuchs, über Interferenzen und Inkongruenzen zwischen Lektüre und Gegenwart und über die Erfahrung beim Wiederlesen antifaschistischer Klassiker sprechen sie mit Lara Sielmann.