
Der »Erste Internationale Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur«, Paris 1935
Paris, Juni 1935: Etwa 250 Schriftsteller:innen aus 38 Ländern versammeln sich zum »Ersten Internationalen Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur«. Diskutiert wurden soziale und kulturelle Ideen zur Gesellschaftsveränderung, wobei es den deutschen Redner:innen nicht zuletzt darum ging, Lehren aus der Niederlage von 1933 zu ziehen, Strategien für den antifaschistischen Kampf zu entwickeln und durch die Erinnerung an das humanistische Kulturerbe Schriftsteller verschiedener Couleur zusammenzuführen. Florian Kappeler beschreibt den Kongress als Medienereignis, das seine Ausstrahlungskraft nicht nur den Reden verdankte, sondern auch den Praktiken der Begegnung und Organisation. Er skizziert Vorgeschichte und Nachwirkung und fragt, was aus 1935 heute noch folgt.

Worte zur »Verteidigung der Kultur«
Moderation Tobias Haberkorn
Auf dem »Ersten Internationalen Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur« kamen vom 21. bis 25. Juni 1935 über 80 Redner:innen zu Wort und lieferten sich teils hitzige Debatten. Unter den Mitwirkenden finden sich Namen wie André Malraux, André Gide, André Breton, Tristan Tzara, Louis Aragon, Aldous Huxley, Edward Morgan Forster und deutschsprachige Schriftsteller:innen wie Bertolt Brecht, Ernst Bloch, Heinrich Mann, Ernst Toller, Anna Seghers, Robert Musil, Gustav Regler und Egon Erwin Kisch. Die Schriftstellerin Luna Ali erstellt eine kleine Auswahl aus verschiedenen Reden, die Çiğdem Teke vorträgt. Sie bildet einen Anknüpfungspunkt für das anschließende Gespräch zwischen Paula Fürstenberg und Dmitrij Kapitelman: Was würden sie referieren, wenn sie eine Rede auf einem »Schriftstellerkongreß zur Verteidigung der Kultur« halten sollten?