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Der Mythos von der ‚Neuen Mittelklasse‘ und die Gegenwartsliteratur: Anke Stelling, Leif Randt, Deniz Ohde, u.a.
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Mo 13.06.Mo 11.07.
Seminar
Der Mythos von der ‚Neuen Mittelklasse‘ und die Gegenwartsliteratur: Anke Stelling, Leif Randt, Deniz Ohde, u.a.
Seminarleitung Philipp Böttcher
Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus

Kaum ein Begriff erwies sich in den gesellschaftsdiagnostischen Debatten der vergangenen Jahre so erfolgreich und anschlussfähig wie der von dem Soziologen Andreas Reckwitz geprägte Begriff der ‚Neuen Mittelklasse‘. Die Bezeichnung überzeugt in Journalismus, Kultur und Wissenschaft wohl nicht zuletzt deshalb, weil er ihnen eine besondere gesellschaftstragende Relevanz zuspricht und überhaupt die Selbstbilder bestimmter Milieus zu bestätigen scheint. Darüber hinaus steht der Begriff in einer langen Tradition der Selbstbeschreibung der deutschen Gesellschaft als ‚Mittelschichtsgesellschaft‘. Dieses Selbstverständnis fand seinen Ausdruck ebenso in literarischen Texten und in der öffentlichen Diskussion um Literatur, die in jüngster Zeit auch die Vorstellung von einer ‚Neuen Mittelklasse‘ aufnahm und am Beispiel jüngerer Titel (u. a. Sophie Passmann, Leif Randt) fortschrieb. Daneben hat sich inzwischen eine soziologisch interessierte Gegenwartsliteratur herausgebildet, die den Blick auf soziale Ungleichheiten richtet. Aus dieser Perspektive hinterfragen einzelne Texte nicht nur den tradierten Mythos von der bundesrepublikanischen Mittelstandsgesellschaft, sondern setzen zugleich Kontrapunkte zur Erzählung von einer homogenen neuen Mittel- und Kreativklasse. Inwieweit diese Begriffe sich für die Analyse unterschiedlicher Erzähltexte eignen, wie Literatur die toten Winkel kulturalisierender Gesellschaftsbetrachtungen ausleuchtet und welche Erkenntnispotenziale sich aus dem Spannungsfeld zwischen literarischer und soziologischer Zeitdiagnostik ergeben, soll im Seminar nach einer Einführung in die soziologische Debatte an verschiedenen gegenwartsliterarischen Texten bzw. Textauszügen (Anke Stelling, Leif Randt, Deniz Ohde, David Wagner, Sophie Passmann u. a.) diskutiert werden.

 

 



Philipp Böttcher ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität Berlin.

  • Termine: 13.06., 20.06., 27.06. und 11.07. jeweils 18–20 Uhr.
  • Anmeldung: per Mail an campus@lfbrecht.de. Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.
  • Das Seminar findet als Präsenzveranstaltung statt. Für die Teilnahme an jeder Sitzung gelten unsere →Besucher:inneninformationen.
  • Die Texte werden über einen Reader zur Verfügung gestellt.
  • Es handelt sich um ein Seminar mit aufeinander aufbauenden Sitzungen. Das Seminar gehört zum Programm der →lfb school.

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