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Corona, Care & Commons – Von ‚Lohn für Hausarbeit‘ zu ‚Care Revolution‘
© Symbol der „Lohn für Hausarbeit“-Flugblätter der 1970er Jahre

Mo 16.08.Di 17.08.
Seminar
Corona, Care & Commons – Von ‚Lohn für Hausarbeit‘ zu ‚Care Revolution‘
Seminarleitung Liza Mattutat
Veranstaltungsort: Literaturforum im Brecht-Haus

Die Corona-Pandemie hat die Krise der Care-Arbeit verschärft: In Krankenhäusern mangelt es an Pflegepersonal, die bisherigen Pfleger:innen sind überarbeitet und schlecht bezahlt. Angehörige von Menschen mit Behinderungen müssen während der Schließung von Einrichtungen deren Betreuung und Pflege übernehmen. Eltern verzweifeln an der Anforderung, im Homeoffice ihren Dienst zu erfüllen und zugleich kleinere Kinder zu betreuen oder größere im Homeschooling anzuleiten. Vor diesem Hintergrund setzen verschiedene politische Akteur:innen den Zusammenhang von Gender und Care wieder auf die Tagesordnung. Sie fordern eine Care-Gesellschaft, eine Care-Economy oder eine Care-Revolution. Ziel des Seminars soll es sein, diese politischen Befreiungsprojekte und die spezifischen Gesellschaftskritiken gemeinsam zu diskutieren, von denen sie ihren Ausgang nehmen. Wir werden uns zum einen mit einer Reihe materialistischer und feministischer Texte beschäftigen, die sich mit dem Verhältnis von unentlohnter Sorgearbeit und Lohnarbeit auseinandersetzen. Silvia Federicis Manifest „Lohn gegen Hausarbeit“ (1975) sowie Gisela Bocks und Barbara Dudens historische Analyse der Haus- und Sorgearbeit „Arbeit aus Liebe – Liebe als Arbeit“ (1977) sollen dabei im Mittelpunkt stehen. Zum anderen werden wir jedoch auch konkrete politische Kampagnen wie „Wages for Housework“ behandeln, die bereits in den 1970er-Jahren die Haus- und Sorgearbeit als Voraussetzung kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse anprangerten. Anschließend wollen wir uns mit Hilfe von Gabriele Winkers „Care Revolution. Schritte in eine solidarische Gesellschaft“ (2015) mit der Frage auseinandersetzen, inwiefern sich die gesellschaftlichen Bedingungen in den vergangenen 50 Jahren verändert haben und wo die Analysen der 1970er Jahre daher zu modifizieren wären. Auch hier wollen wir uns mit konkreten Flugblättern, Aufrufen und Manifesten auseinandersetzen, die heute eine bedürfnisorientierte Neugestaltung der Gesellschaft fordern. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, weitere Flugblätter und Aufrufe zum Thema mitzubringen.



  • Termine: 16./17. August 2021
  • Uhrzeit: 10:30 – 15:30 Uhr
  • Anmeldung: per Mail an campus@lfbrecht.de
  • Die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.
  • Das Seminar ist als Präsenzveranstaltung geplant. Bei gutem Wetter draußen, im Hof des Brecht-Hauses, bei schlechtem Wetter drinnen. Für die Teilnahme an jeder Sitzung ist ein tagesaktuelles, negatives Covid-Testergebnis vorzuweisen, alternativ der Nachweis einer Genesung oder vollständigen Impfung. Über das Hygienekonzept wird vor Ort informiert. Sollte die Durchführung vor Ort pandemiebedingt nicht möglich sein, wird das Seminar digital stattfinden.
  • Die Texte werden über einen Reader zur Verfügung gestellt.
  • Es handelt sich um ein Seminar mit aufeinander aufbauenden Sitzungen. Das Seminar gehört zum Programm der →lfb school.

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